Walter Karbe


Walter Karbe während seiner Studien
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Walter Karbe (1877 – 1956)

Gewissenhaftigkeit, Bescheidenheit und Zuverlässigkeit zählen zu den hervorstechenden Eigenschaften des Namensgebers unserer Integrierten Gesamtschule Neustrelitz.

Auf vielen Wissensgebieten leistete er eine vorbildliche Forschungsarbeit und veröffentlichte zahlreiche heimatkundliche Arbeiten.

Wer aber war dieser Sohn eines Landwirts aus dem Umfeld Berlins und Enkel einer südostasiatischen Häuptlingstochter?

Walter Karbe kam am 9. April 1877 in Trechwitz bei Potsdam/ Brandenburg zur Welt und interessierte sich schon im frühesten Kindesalter für die Natur. Als der Vater das Gut Marly zwischen Neu- und Altstrelitz übernahm, wurde der siebenjährige Gymnasiast und machte durch seine sprachliche Begabung auf sich aufmerksam. Mit dem Umzug der Eltern nach Breslau nahm er eine Großkaufmannslehre in Stettin auf und arbeitete anschließend über zwei Jahre in Stockholm, von wo aus er in der Gotlandregion geologische und volkskundliche Untersuchungen vornahm. Mehrere Jahre erweiterte er als Gasthörer, besonders auf dem Gebiet der Volkswirtschaft, an mehreren mitteleuropäischen Universitäten sein Wissen.

Daneben blieb die Natur mit ihren vielfältigen Erscheinungsformen sein eigentliches Arbeitsgebiet. So beschäftigte er sich, ganz seinem Vorbild Hermann von Maltzan folgend,
an den französischen Küsten mit der Muschelfauna.

Nach diesen Lehr- und Wanderjahren zog es ihn 1907 zurück nach Neustrelitz, wo er unter
dem Vorsatz, sich ganz der Geschichte seiner Wahlheimat Mecklenburg – Strelitz zu widmen, eine Anstellung als Volontär in der „Alten Bibliothek“ in der Tiergartenstraße erreichte. Bald avancierte er zum Registrator und ordnete die umfangreichen großherzoglichen Sammlungen. Obwohl Zeit seines Lebens stark kurzsichtig wurde er im

I.Weltkrieg als Dolmetscher und Funker nach Süddeutschland abkommandiert. 1918 zurückgekehrt arbeitete Walter Karbe in Neustrelitz unter dem Archivleiter Dr. Hans Witte als Konservator und begleitete auch den Aufbau des Landesmuseums im herzoglichen Schloss. Als Witte 1925 den Strelitzer Verein für Geschichte und Heimatkunde ins Leben rief,
engagierte sich Karbe als Wanderwart und Referent. In den zehn Jahren der Vereinstätigkeit (1935 verboten die Nazis die Arbeit) hielt er fast jedes Wochenende Vorträge zu naturwissenschaftlichen, geschichtlichen und volkskundlichen Themen oder gestaltete
geführte Wanderungen aus. In dieser Zeit fallen auch erste Höhepunkte seiner Arbeit als Heimatforscher. 1922 arbeitete er bei den Grabungen auf dem Feldberger Schlossberg mit,
wo das Slawenheiligtum Rethra vermutet wurde und fast gleichzeitig barg er ein bronzezeitliches Urnenfeld bei Bargensdorf. Die Öffentlichkeit wurde 1924 auf den emsig arbeitenden, aber zurückhaltenden Forscher aufmerksam, als dieser beim Straßenbau nahe Blumenhagen einen slawischen Silberschatz mit zahlreichen Schmuckstücken und Münzen entdeckte. Den letzten Forschungsabschnitt widmete er seit 1939 der Freilegung des slawischen Dorfes Serrahn bei Carpin, mit der ihm erstmals eine lückenlose Dokumentation
für das 9. bis 15. Jahrhundert gelang. Mit zahlreichen Artikeln und Beiträgen erschloss Walter Karbe auch nach 1945 den einheimischen und Zugezogenen alle Bereiche ihrer Heimat und erhielt über Mecklenburg hinaus Anerkennung; eine von Verehrern angestrebte Ehrendoktorwürde der Uni Rostock und Ehrenbürgerwürde der Stadt Neustrelitz wurden ihm aber 1953 verweigert.

Mitten in den Ausgrabungen nahm ihm der Tod am 25. Oktober 1956 den Spaten aus der Hand, in seinem Tagebuch zu Serrahn schrieb er zuletzt: “Versuchungsgrabung bei einem Stein auf der Hochfläche..., hier kann die Grabung fortgesetzt werden. Ich komme wahrscheinlich nicht mehr dazu.“

Seine enge Mitarbeiterin Annalise Wagner gründete mit seinen Sammlungen das spätere Karbe – Wagner – Archiv. Auch die an unserer Schule grenzende Straße trägt beider Namen. In unserer Integrierten Gesamtschule wird sein Andenken unter anderem durch die jährlichen Projekttage geehrt.

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Walter Karbe Schulpreis

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